Über mich
Lange bevor ich eine Cannabispflanze angefasst habe, fing mein Weg im Biologieunterricht an. Pflanzenphysiologie und Systemdenken prägen bis heute, wie ich über Anbau nachdenke.
Mit der Legalisierung 2024 habe ich meinen eigenen Homegrow gestartet, indoor und outdoor. Danach kam die Vereinsarbeit, und mit ihr die Frage, wie sich das, was im kleinen Maßstab funktioniert, auf eine Gemeinschaft übertragen lässt.
Um das unter echten Bedingungen zu testen, bin ich nach Kalifornien gegangen. Zwei Seasons bei Sunrise Gardens im Emerald Triangle, unter Frank Wilker, Emerald Cup Gewinner 2023. Jede Phase organischen Freilandanbaus, unter echtem Klima-, Arbeits- und Compliance-Druck.
Was ich dort am meisten gelernt habe, stand in keinem Anbauplan. Wenn plötzlich ein Baum quer über der Straße liegt, hilft es nicht, sich aufzuregen. Man nimmt die neue Situation an, fragt nach Hilfe, und arbeitet mit dem was da ist. Geduld ist auf einer Farm keine Charaktereigenschaft, sondern eine Arbeitsvoraussetzung. Das hat verändert, wie ich Entscheidungen treffe, wenn die Bedingungen nicht ideal sind.
Heute bin ich Senior Grower und Head of Harvest bei CAGH1 e.V. und übersetze internationale Felderfahrung in rechtskonforme, gemeinschaftsbasierte Anbaustrukturen.
Was mich antreibt
Jede Farm, auf der ich gearbeitet habe, hat mir dieselbe Lektion beigebracht: Die Natur hat die Antworten längst, wir müssen nur aufhören, sie zu übersteuern.
Regenerativ ist für mich keine Methode unter vielen. Ökologisch, weil natürliche Systeme uns zeigen wie es geht. Ethisch, weil mit der Natur zu arbeiten der einzige Weg ist, der langfristig trägt. Gegen sie zu arbeiten funktioniert immer nur kurzfristig.
Genauso wichtig ist mir das Wissen, das diese Systeme über Generationen getragen hat. Traditionelle Anbaupraktiken verschwinden schneller, als sie dokumentiert werden. Ist dieses Wissen erst weg, bringt es keine Technologie zurück.
Deshalb reise ich zu lokalen, oft über Generationen gewachsenen Anbaukulturen, um direkt von den Menschen zu lernen, die dieses Wissen noch tragen.
Wie ich arbeite
Living Soil heißt, dass der Boden über mehrere Zyklen aufgebaut wird statt nach jeder Ernte ersetzt. Nicht die Pflanze wird gefüttert, sondern das Bodenleben, das die Nährstoffe dann verfügbar macht. Das dauert länger und verzeiht weniger Hektik, trägt dafür über Jahre.
Die Inputs stelle ich weitgehend selbst her. JADAM ist eine koreanische Methode, entwickelt von Youngsang Cho, deren Grundgedanke einfach ist: Was eine Pflanze braucht, lässt sich aus dem herstellen, was vor Ort ohnehin wächst. Indigene Mikroorganismen sammle ich im nächstgelegenen Wald statt sie in Flaschen zu kaufen. Pflanzenfermente entstehen aus Brennnessel, Beinwell oder dem, was gerade anfällt.
Dazu kommt biologischer Pflanzenschutz über Vielfalt statt über Mittel, und Dokumentation, weil sich Fehler in einem organischen System oft erst zwei Wochen später zeigen.
Wie weit man damit kommt, habe ich am Beispiel von Walter Wood beschrieben, der eine komplette Saison für unter 60 Dollar an zugekauften Inputs anbaut: Sol Spirit Farm auf CannabisBlog.eu
Woher das kommt
Zum Buddhismus bin ich gekommen, weil ich dort viele Fragen und Antworten wiedererkannt habe, die ich mir vorher schon selbst gestellt hatte. Das ist bis heute die Grundhaltung hinter meiner Arbeit: nicht kontrollieren, sondern verstehen. Nicht Gott spielen, sondern unterstützen.
Auf dem Feld heißt das, morgens erstmal nur zu schauen, bevor man etwas tut. Die Pflanze zeigt einem, was sie braucht, wenn man ihr Zeit lässt.
Für Beratung im Bereich regenerativer Anbau stehe ich zur Verfügung. Anfragen gerne per E-Mail.